ICH MÖCHTE SPIELER UND KLUBS BEWERTEN - UND NOCH VIELES MEHR..
Unsere Redaktion wurde nach der erneut schwachen Vorstellung von Juventus Turin vom Sonntagnachmittag mit Mails von enttäuschten, desillusionierten und völlig frustrierten Fans eingedeckt. Wir können den Frust und Zorn verstehen. Die "Neue" Führung der "Alten Dame" glänzt viel mehr durch ihr Auftreten in den Medien und redet dabei alles schön, als dass sie endlich auf die zum Teil katastrophalen Transfers (Boumsong, Tiago, Almiron, Andrade, etc.) der letzten drei Jahre und schwachen Spiele unter Ranieris Leitung mit Fakten reagiert.
Seit bald zwei Jahren hat der Klub im Spielzentrum keinen Spieler, der das Spiel und Tempo diktieren und lenken kann. Der Einzige, der das Spiel gestalten kann, ist der 32-jährige Cristiano Zanetti. Der ehemalige Spieler von Inter Mailand und der AS Roma ist aber häufig verletzt. Man wollte ursprünglich Xabi Alonso verpflichten, aber der Spanier wurde nicht verpflichtet und man nahm den Ex-Schalker Christian Poulsen vom FC Sevilla unter Vertrag. Poulsen ist alles andere als ein Spielgestalter. Der Däne ist ein Kämpferherz vor der Verteidigung, wie Antonio Nocerino, den man an Palermo abgegeben hat. Warum man den jüngeren Nocerino abgegeben hat um Poulsen zu holen, bleibt wohl weiterhin ein Rätsel.
Wir könnten noch lange über die Personalpolitik der Italiener sprechen. Der Unmut der "Tifosi" ist auch sonst begründet. Vor jedem Transferfenster wurde von Präsident Cobolli Gigli von drei Stars gesprochen, aber ausser Amauri wurde kein Spieler verpflichtet, der in diese Kategorie passen würde. Die jungen Giovinco, Marchisio und De Ceglie sind sicher Spieler mit einer grossen Zukunft vor sich, aber noch haben sie in einem grossen Team nichts gezeigt. Ranieri hat sich schon mehrmals damit gerechtfertigt, dass das Offensivspiel nicht durch die Mitte angekurbelt werden soll. Er will die Krativität über die Flügel. Das wäre sicherlich eine Variante, wenn Pavel Nedved nicht bald 36-jährig wäre und Mauro Camoranesi bereits 32. Der Energieverlust ist für diese Spieler enorm und die Verletzungsanfälligkeit auch. Fällt einer der beiden in ein Loch, ist das Offensivspiel der Turiner lahm, wie jetzt seit einigen Spielen. Für Nedved gibt es in Giovinco einen möglichen Nachfolger, wird sind aber der Meinung, dass der junge Giovinco für seine kreative Spielweise mehr Raum und Platz benötigt als auf dem linken Flügel. Und auf der rechten Seite ist der Ersatz für Mauro Camoranesi Marco Marchionni, der zwar seit vielen Jahren als Riesentalent gilt, aber jetzt bereits 28 ist. Sein Problem ist gross. Er verletzt sich pro Saison mehrmals und ist daher kein zuverlässiger Ersatz für Camoranesi.
Der Trainer. Claudio Ranieri hat in England den Übernamen Tinkerman erhalten. Kein Wunder, wenn er seine Teams kaum einmal zwei Mal hintereinander mit der gleichen Aufstellung auflaufen lässt. Wie in England so nun auch bei Juventus.
Alle diese Probleme trägt der Klub bereits seit seinem Zwangsabstieg 2006 mit. Das heisst, die Verantwortung für die schlechten Resultate und das schlechte Spiel liegt ganz klar bei der Klubführung, die entweder zu wenig Fussballkompetenz an den Tag legt oder ihrem Trainer Claudio Ranieri blind vertraut.
Die Saison steht noch ganz am Anfang, aber die Gratwanderung bei Juventus ist gross. Die Mehrheit der Fans will die Entlassung von Trainer Ranieri, der am Anfang der Saison angesprochen auf die Verpflichtung von Poulsen jeweils immer sagte, dass er die Verantwortung voll und ganz trage für diese Verpflichtung. Aber auch die schon seit Jahren kritischen Stimmen gegenüber der Führung und den Besitzern (Elkann) mehren sich. Auch die grössten Optimisten und Befürworter der neuen Führung sehen dunkle Wolken aufziehen.
Zumindest vorübergehend scheinen die Zeiten vorbei, als die "Alte Dame" in Europa für Schrecken sorgte.
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