Auch wenn Bulgarien im Halbfinal 1:2 gegen Italien verlor, war man sich sicher, so ein Ausnahmetalent wird es wohl nie mehr geben. Ebenso wie im Tor, wo niemand mehr an die Leistung von Borislav Mihailov herankommt. Dieser ist mit 102 Spielen für seine Auswahl Rekordnationalspieler und nun übrigens Präsident des bulgarischen Fussballverbandes.
Das vermeintliche magische Dreieck
Auf dem Platz jedoch versuchen andere für Furore zu sorgen. Der grosse Leader fehlt zwar, doch theoretisch wäre da auf jeden Fall sowas wie ein magisches Dreieck am Start. Im Mittelfeld ist es schwierig, zwei Spieler nicht zu verwechseln. Zum einen gibt es da Stilian Petrov. Jeder Celtic-Fan vergöttert ihn. Dies weil er zwischen 2001 und 2006 vier schottische Meisterschaften gewann, zweimal den Pokal und viermal den Ligapokal nach Hause brachte und sogar Kapitän war. Nun spielt er bei Aston Villa in der englischen Premier League.
Der 2. ist für immer in den Schweizer Geschichtsbüchern
Zum anderen ist da sein Namensvetter Martin Petrov. Als die Schweiz noch nicht wusste wer Seydou Doumbia oder Ideye Brown ist, war er in unserer Liga und für die Fans von Servette Genf das grosse Publikumsmagnet. Fast keiner seiner Gegenspieler bekam ihn je richtig in den Griff. Nun hat es Martin Petrov gar bis ins Starensemble von Manchester City geschafft und wird bei seiner Rückkehr in die Schweiz bestimmt richtig heiss sein.
Der Einzige der an Stoitchkov schnuppert
Der dritte des „fiktiven" Magischen Dreiecks ist Dimitar Berbatov. Der Stürmer ist noch eine Nummer grösser. Egal ob er bei ZSKA Sofia, Bayer Leverkusen, Tottenham oder wie jetzt bei Manchester United spielt, er erzielt immer seine Tore. Noch unglaublicher ist die Torquote übrigens, und das ist für die Schweiz besonders interessant, in der Nationalmannschaft. Mindestens in jedem zweiten Spiel trifft er. Bleibt zu hoffen, dass er gegen Montenegro oder England trifft, dafür nicht gegen die Schweiz.
Keine guten Zustände
Zurück zur Torwartlegende Borislav Mihailov. Als Präsident des bulgarischen Fussballverbandes drückt er immer wieder auf offene Wunden. So ist für ihn klar, warum die bulgarische Nationalmannschaft seit 16 Jahren keine Erfolge mehr feierte. Das liebe Geld ist schuld. Die höchste bulgarische Spielklasse, die A-Grupa hat keine finanziellen Mittel für eine gute Infrastruktur um europäisch mitzuhalten. Deshalb haben nur fünf Klubs eine eigene Nachwuchsabteilung. Etwas was in der Schweiz unvorstellbar wäre. Die Folge ist natürlich, dass einheimische Spieler von ausländischen verdrängt werden.
Und bald geht die nächste ''Ära" zu Ende
Von den drei derzeitigen Stars ist Martin Petrov bereits 31 Jahre, Stilian Petrov 30 Jahre und Dimitar Berbatov 29 Jahre alt. Zwar gibt es im Sturm genügend jüngere Alternativen, (Valeri Boschinov vom AC Parma, Valeri Domovchiyski von Hertha BSC und Dimitar Rangelov von Borussia Dortmund) der Rest des Teams ist jedoch für die Meisten No-Names, welche ihr Geld vorwiegend in der bulgarischen A-Grupa verdienen.
Die Schweiz wird vermutlich versuchen die Schlüsselspieler der Bulgaren abzumelden. Dann kann sie dazu „beitragen", dass die Misere des bulgarischen Fussballs in die nächste Runde geht.
Hinweis: Unsere Partnerseite sport.ch porträtiert alle EM-Quali-Gruppengegner der Schweiz auch für uns: Morgen hier zu lesen: Wales
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