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4-4-2
Adrian Nikci im EXKLUSIV-Interview News

Nikci: “Bin auf einem guten Weg”

Bei Adrian Nikci kehrt derzeit Ruhe und Konstanz ein: Nach mehreren verletzungsbedingten Ausfällen und einigen Wechseln scheint der ehemalige FCZ-Flügelstürmer nun in Berlin sein Glück gefunden zu haben. Regelmässige Einsätze, gute Spiele und Torbeteiligungen tragen ihren Teil dazu bei, dass Nikcis Wunsch, bei Union längerfristig Perspektiven zu haben, in Erfüllung gehen könnte. Mit 4-4-2.com spricht der in Berlin Köpenick spielende Allrounder über seinen Aufschwung bei Union Berlin, seine Karriereplanung und die kosovarische Nationalmannschaft.

4-4-2.com: Sie haben im Spiel gegen Nürnberg Ihr erstes Tor in der zweiten Bundesliga gemacht. Was war das für ein Gefühl?

Adrian Nikci: Es war sehr schön, vor allem weil ich davor ja lange verletzt war. Ich habe mich zu einem dummen Zeitpunkt verletzt, ich bin dreimal wieder ins Training eingestiegen und dreimal hatte ich einen Rückfall. Ich habe aber immer an mich geglaubt. Dass ich ausgerechnet gegen Nürnberg traf, war schon speziell.

Sie haben es bereits angesprochen: Während einem halben Jahr litten Sie an Leistenproblemen. Wie geht es Ihnen jetzt?

Es wurde oft geschrieben, dass ich Probleme im Leistenbereich hatte, aber eigentlich war es etwas im Hüftbeuger. Zuerst hatte ich einen Muskelfaserriss, dann hat es sich verschlimmert, hatte den Sehnenansatz im Hüftbeuger angerissen. Das hat sich in die Länge gezogen. Aber jetzt fühle ich mich gut und habe keine Beschwerden mehr. Aber nur durch Spielpraxis kommt man wieder an sein maximales Niveau heran und da bin ich auf einem guten Weg.

Im letzten Sommer konnten Sie eine sehr gute Vorbereitung für diese Saison absolvieren. Im Test gegen Tel Aviv haben Sie zwei Tore aufgelegt. Danach spielten sie aber zunächst keine grosse Rolle und waren dann auch noch verletzt. Ist die aktuelle Spielzeit aus Ihrer Sicht eine Enttäuschung?

Ich bin gut gestartet. Danach kam dann relativ rasch die angesprochene Verletzung dazu. Aber das ist jetzt überstanden und interessiert mich nicht mehr. Aktuell geht es mir gut und ich bin positiv eingestellt. Ich hoffe natürlich, dass dies so bleibt. Dafür tue ich alles.

Union Berlin hat den Anspruch zu den Topteams der 2. Bundesliga zu zählen. Die Ergebnisse und Leistungen in dieser Saison sind eher unter den Erwartungen. Wie erleben Sie das?

Wir haben einen sehr schlechten Start erwischt. Wenn du in dieser Liga Erfolg haben willst, dann musst du eine sehr konstante Saison spielen, so wie Freiburg. Bei uns kamen noch die Verletzungen dazu. Gegen die grossen Teams haben wir oft gut ausgesehen, leider waren die vielen Trainerwechsel nicht gut für unsere Konstanz. Ich musste wegen der Verletzung vieles aus einer gewissen Distanz betrachten, das ist für einen Spieler schon speziell.

Das Schlussprogramm hat es in sich, man kann in der Tabelle noch nach vorne rücken. Wie geht die Mannschaft die letzten Aufgaben an?

Die Chancen auf eine Verbesserung in der Tabelle besteht noch immer. Die verbleibenden Spiele gegen Bielefeld und Freiburg sind gute Spiele, da freuen wir uns drauf. Und weil Freiburg bereits aufgestiegen ist, kann da durchaus noch einiges drin liegen für uns.

Unions Stürmer Bobby Wood ist mit seinen 17 Saisontoren der drittbeste Torschütze der Liga. Folgendes Szenario: Sie stehen selber vor dem Tor und müssen sich entscheiden. Selber schiessen oder den Ball rüber legen und Wood damit vielleicht die Torjägerkanone ermöglichen? Was tun Sie?

(lacht) Schwierig, das kommt auf die Situation an. Wenn er besser steht, gebe ich den Ball ab, wenn ich aber selber ein gutes Gefühl habe, dann mache ich ihn rein. Aber ich hoffe für ihn natürlich, dass er das noch packt.

Seit sie im vergangenen Sommer zu Union Berlin gewechselt sind, haben sie schon drei verschiedene Trainer erlebt. Wie kamen sie mit den vielen Wechseln zurecht?

Man muss schon sehen, dass derart viele Trainerwechsel beim selben Verein und innerhalb einer einzigen Saison sehr ungewöhnlich sind. Natürlich kam der Wechsel zu Union noch unter Norbert Düwel zustande, der mich aus Hannover gut kannte. Dass er dann gleich gegangen ist, war natürlich nicht ideal. Und kaum war der neue Trainer Sascha Lewandowski da, habe ich mich verletzt. Als ich dann wieder mit trainieren konnte, ging er nach ein oder zwei Wochen auch wieder. André Hofschneider war vorher Assistent und wusste über die Mannschaft und natürlich auch über mich Bescheid. Er gibt mir jetzt die Möglichkeit zu spielen.

Gegen St. Pauli sind Sie als rechter Verteidiger auf den Platz gekommen, in Nürnberg spielten sie dann wieder im Sturm. Welche Position gefällt Ihnen am besten?

Die Hauptsache ist, dass ich auf dem Platz stehe. Ich wusste vorher selbst nicht, dass ich auch als Rechstverteidiger spielen kann (grinst). Ich habe es mir zugetraut und so war es kein Problem. Aber meine Qualitäten kann ich auf dem Flügel und offensiv besser ausspielen. Als Verteidiger ist man in der Spielgestaltung eingeschränkter.

Sie haben eine lange Reise hinter sich, nach dem Wechsel vom FC Zürich in die Bundesliga nach Hannover hiessen die weiteren Stationen Thun, YB, Nürnberg und nun Union Berlin. Dort stehen Sie bis Saisonende unter Vertrag. Wie geht es danach weiter?

Solange ich hier bin, werde ich Vollgas geben. Wenn die Saison fertig ist, habe ich Zeit um zu überlegen. Wenn es für beide Seiten passt, geht es hier weiter, das wäre mein Wunsch. Union ist ein super Verein, hat ein gutes Umfeld und eine super Infrastruktur. Ich wäre also bereit, hier zu verlängern.

Wie sieht Ihre langfristige Karriereplanung aus? Mit 26 Jahren hat man bestimmt einige Ziele vor sich.

Meine Planung wurde oft genug durcheinandergewirbelt. Nun schaue ich wirklich nur noch von Woche zu Woche. Um planen zu können, muss ich erst wieder länger gesund bleiben und eine Perspektive haben. Ich werde in den verbleibenden Spielen das Maximum herausholen und der Mannschaft mit vollem Einsatz und hoffentlich Toren helfen.

Ist eine Rückkehr in die Schweiz ein Thema?

Möglich ist alles. Mir hat es sehr gut gefallen, in der Schweiz zu spielen. Ich bin da aufgewachsen und habe dort die meisten Spiele gemacht. Das hat mich geprägt. Mit Zürich habe ich zudem viel erlebt. Wir wurden Meister und spielten in der Champions League. Das wird für immer in meinem Herzen bleiben. Jetzt schon von einer Rückkehr zu sprechen, halte ich für verfrüht.

Vor rund vier Jahren wurden von einer Hirnhautentzündung ausser Gefecht gesetzt. Haben Sie sich von dieser vollständig erholt?

Ja, zum Glück. Im Nachhinein betrachtet weiss ich, wie es dazu kam und sehe auch, was ich durchgemacht habe. Das war schon hart. Die Auswirkungen haben sich sehr in die Länge gezogen, ich wollte es nicht einsehen und habe es überspielt. Jetzt freue ich mich, dass ich gesund bin und das tun kann, was ich liebe und was mir am meisten Spass macht.

Sie haben 16 Spiele für die Schweizer U21-Nationalmannschaft gemacht, warum hat es dann doch nicht für einen Einsatz in der Nati gereicht?

Schwierig zu sagen. Es gibt natürlich viele gute Spieler und der Sprung von der U21 zur A-Nati ist gross und nicht einfach.  Als ich bei Zürich gespielt habe, war ich noch in der U21. Dann kam der Wechsel zu Hannover. Die ersten Spiele liefen sehr gut, ich kam regelmässig zum Zug und erzielte gleich im ersten Spiel gegen Schalke auch ein Tor. Dann kam ich häufiger oft von der Bank rein und ein paar Wochen später folgte das Spiel in Hamburg. Dort wäre ich in der Startaufstellung gestanden, doch dann wurde ich krank. Wäre das nicht passiert, hätte ich sicher mit einem Aufgebot rechnen können.

Wird die Schweizer Nati für sie in Zukunft noch einmal ein Thema?

Ich bin offen für alles, aber zuerst muss ich mich selber wieder reinhängen. Ich möchte nun gesund bleiben und muss über einen längeren Zeitraum hinweg konstante Leistungen bringen. Alles andere werden wir sehen.

Der Kosovo wurde erst kürzlich als offizielles FIFA-Mitglied aufgenommen. Sie wären spielberechtigt. Können Sie sich auch vorstellen für diese Mannschaft anzutreten?Das ist meine Heimat. Ich finde es schön, dass es da eine Nationalmannschaft gibt, aber für mich war es noch nie ein Thema.

Haben Sie eigentlich mit anderen Schweizern, die in Deutschland aktiv sind, Kontakt?

Mit solchen, die in Deutschland spielen, eher weniger. Dafür aber mit meinen ehemaligen Mitspielern aus Zürich, Bern und Thun. Etwa mit Philippe Koch vom FCZ oder mit Florent Hadergjonaj von YB. Es ist kein enger Kontakt, aber wir hören uns ab und zu.

Sie leben seit einem Jahr in Berlin und hatten als Verletzter genug Zeit gehabt, um sich umzusehen. Was gefällt Ihnen am besten?

Friedrichshain gefällt mir sehr gut. Das ist eine super Gegend, man ist unkompliziert und ungezwungen. Es hat viele gute Restaurants und viele junge Leute. Auch Mitte und Köpenick sind sehenswert. Ich habe immer gedacht, Zürich sei die schönste Stadt, aber Berlin gefällt mir auch sehr gut.

Von David Simmen

  dsi       6 Mai, 2016 11:49
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