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4-4-2
Adrian Winter im Interview News

“Wäre für keinen anderen Verein zurückgekehrt”

Adrian Winter hat eine grosse Vergangenheit in der Super League. Nach Engagements in St. Gallen und Luzern wechselte der rechte Mittelfeldspieler im Sommer 2015 in die MLS zu Orlando City. Nun, ein Jahr später, ist er zurück in der Schweiz und stellt kämpft beim FCZ an drei Fronten. 4-4-2.com hat den 30-jährigen Thalwiler vor dem ersten Gruppenspiel in der Europa League getroffen.

Adrian Winter hat eine grosse Vergangenheit in der Super League. Nach Engagements in St. Gallen und Luzern wechselte der rechte Mittelfeldspieler im Sommer 2015 in die MLS zu Orlando City. Nun, ein Jahr später, ist er zurück in der Schweiz und stellt kämpft beim FCZ an drei Fronten. 4-4-2.com hat den 30-jährigen Thalwiler vor dem ersten Gruppenspiel in der Europa League getroffen.

4-4-2.com: Adrian Winter, Sie sind zu einem schwierigen Zeitpunkt zum FC Zürich gestossen. Jetzt führt der Klub die Challenge League-Tabelle an. Wie sieht ihr Fazit der bisherigen Spiele aus?

Adrian Winter: Sicher positiv. Uns war bewusst, dass ein guter Start wichtig sein würde. Ich glaube, nun können wir sagen, dass dieses Ziel erreicht wurde. Das Fundament ist gelegt, aber gewonnen haben wir bisher noch nichts. Jetzt kommt mit der Dreifachbelastung eine weitere Herausforderung auf uns zu. Das wird nicht einfach, aber ich bin überzeugt, dass wir über genügend Qualität im Kader verfügen, diese zu bestehen.

Wie sieht Ihre persönliche Bilanz aus? Sind Sie zufrieden mit Ihren Leistungen?

Es ist ganz okay. Es ist natürlich einfacher für einen Spieler, wenn es der Mannschaft gut läuft. So kann man auf dieser positiven Welle mitreiten. Ich könnte mehr Skorerpunkte auf dem Konto haben (schmunzelt, im Spiel gegen Chiasso am Tag vor dem Interview traf Winter den Pfosten, Anm. d. Red.), wichtig ist aber, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind.

Sie haben viele Jahre in der Super League verbracht. Vor einem Jahr sind Sie nach Orlando in die MLS gewechselt. Wie kam es dazu?

Ich habe eine neue Herausforderung gesucht. Ich wollte nicht in der Schweiz bleiben. Dann hat sich das mit Orlando ergeben. Das waren super Erfahrungen für mich.

Wie haben Sie den Fussball und die Stimmung in Nordamerika wahrgenommen?

Das war unbeschreiblich. Es ging so schnell vorbei, ich habe so viel gesehen, so viel erlebt, alles positiv aufgenommen.

In Europa bekommt man den Eindruck, in den USA werde der Fussball immer wichtiger und grösser. Wie beurteilen Sie dies?

Das ist wirklich so. Vor meinem Wechsel wusste ich auch relativ wenig über die MLS. Man hat sie in Europa nicht so wahrgenommen. Wenn man aber da ist, merkt man erst, wie unglaublich gut das Niveau ist. Einige der Klubs könnten es mit europäischen Topteams aufnehmen. Das sind sehr gute Mannschaften mit grossartigen Spielern, die hierzulande stark unterschätzt werden.

Was war ihr eindrücklichstes Erlebnis in Ihrer Zeit bei Orlando City?

Das erste Spiel der neuen Saison. Wir durften daheim vor ausverkauftem Haus spielen. Es waren 60’000 Fans da. In der 95. Minute durfte ich den Ausgleich erzielen. Das war Gänsehaut pur.

Erzählen Sie uns etwas über Ihren Wechsel zum FC Zürich. Wie muss man sich das als Aussenstehender vorstellen? Sie sind in Orlando beim Training und nach dem Duschen sehen Sie eine SMS von Herrn Canepa?

Ich hatte immer Kontakt mit Uli Forte, auch als ich in Amerika war. Ich habe ihm gratuliert, als er FCZ-Trainer wurde, dazu wünschte ich ihm viel Glück in den letzten Spielen. Dann haben sie es leider nicht geschafft, oben zu bleiben. Er fragte mich, ob es für mich infrage käme, hier zu helfen, damit der Verein wieder nach vorne kommt. Darauf habe ich mir Gedanken gemacht. Dann hat es sich so ergeben. Ich wäre zu keinem anderen Verein als den FCZ in die Schweiz zurückgekommen.

Hatten Sie Zweifel, in die Challenge League zu wechseln?

Mit Zweifel wäre ich sicher nicht aus Orlando zurück in die Schweiz gekommen.

Welche Rolle hat die Europa League-Qualifikation des FCZ bei Ihrem Wechsel gespielt?

Keine Rolle. Es ist ein schönes Dessert, es macht schon Spass, wenn du alle drei Tage ein Spiel hast, wenn man umherreisen kann. Es ist schön, dass ich das jetzt erleben darf, aber es hatte auf meine Entscheidung wirklich keinen Einfluss gehabt.

Wie reagierte Orlando auf die Anfrage für einen Wechsel? Sie waren ja ein wichtiger Teil des Teams und hatten noch einen Vertrag.

Die hatten natürlich keine Freude. Aber wenn es um solche Sachen geht, dann hat jeder Verein, der Menschlichkeit besitzt, Verständnis.

War es das für Sie mit dem Ausland, oder möchten Sie nochmals in ein anderes Land?

Ich bin nicht mehr der Jüngste, da müssen wir uns jetzt nichts vormachen (lacht). Wir haben es beim FCZ sehr gut miteinander und stellen uns der Herausforderung Wiederaufstieg. Ich habe einen langen Vertrag, den ich gerne erfüllen würde. Aber wie man so schön sagt: Im Fussball geht es schnell, man weiss nie wie es kommen wird.

Es ist eindrücklich, was in Zürich geschieht: In der letzten Saison war die Stimmung beim FCZ und im Stadion im Keller, nun hat man das Gefühl, die Stadt begeistert sich wieder für den Verein und dessen Fussball, alles unter dem Motto „jetzt erst recht“. Das Stadion ist wieder besser gefüllt, auch wenn die Gegner Chiasso und Wohlen statt GC und Basel heissen. Wie erklären Sie sich diese Renaissance?

Meiner Meinung nach trifft dieses „jetzt erst recht“ genau die Zürcher Mentalität. Ich war nicht hier im letzten Jahr, kann daher nicht nachvollziehen, wie es genau gewesen war. Seit ich hier bin und wir gut gestartet sind, spüre ich diese positive Energie, die wir auch brauchen. Die ganze Stadt, alle miteinander, wollen wir diese schwierige Herausforderung packen.

Nun wartet ein echter Brocken: Das Auswärtsspiel bei Villarreal im El Madrigal. Wie ist die Stimmung im Team vor dem Abflug nach Spanien?

Es wird ein sehr schwieriges Spiel, komplett anders als jedes Meisterschaftsspiel. Die Spiele in der Challenge League können nicht mit jenen in der Europa League verglichen werden.

Wie hat sich der FCZ auf das Spiel vorbereitet? Spiele gegen Wohlen oder La Chaux-de-Fonds können eine Mannschaft kaum auf das vorbereiten, was in der Europa League wartet. Villarreal ist eine riesige Hürde.

Ja, das ist eine riesige Hürde, das sehen Sie richtig (lacht). Das ist schwierig, hier in der heimischen Liga haben wir in den meisten Spielen zwischen 70 und 80 Prozent Ballbesitz. Die Gegner stehen hinten rein. Das wird nun definitiv anders sein. Spanische Teams sind sehr spielstark. Unser Trainer wird uns wie immer sehr gut auf das Spiel einstellen, damit wirklich jeder weiss, was er zu tun hat. Dann müssen wir uns dieser Herausforderung kompakt und mit einer guten Mannschaftsleistung stellen. Wichtig ist, dass wir als Einheit auftreten. Ich bin gespannt, wie wir das meistern werden. Wir werden sicher nicht nach Spanien gehen, um eine weisse Fahne zu schwenken. Wir werden uns so teuer wie möglich verkaufen.

Wie sehen Sie die Chancen des FCZ auf eine Qualifikation für die K.O.-Phase?

Wir glauben daran, sonst müssten wir gar nicht antreten. Wir nehmen Spiel für Spiel und werden versuchen, auch diese Kampagne so positiv wie möglich zu gestalten.

Von David Simmen

  dsi       15 September, 2016 11:10
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