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4-4-2
Die grosse englische Affiche News

Ausrutscher, Ohrfeigen und Flitzer: Champions-League-Endspiele: Ein Finale, zwei Teams, ein Land

Das Finale der Champions League ist weltweit eines der sportlichen Höhepunkte des intensiven Sportjahres 2021. Im Finale der Saison 20/21 treten zum achten Mal in der 65-jährigen Geschichte des Wettbewerbs zwei Mannschaften aus demselben Land gegeneinander an.

Dieses Jahr werden es Manchester City und Chelsea sein, beide aus der englischen Premiere-League, die in Porto im Endspiel aufeinandertreffen werden. Pikanterie am Rande: Beide Vereine waren unter den vermeidlichen Gründungsmitgliedern der mittlerweile gescheiterten Super League, die nach nur 48 Stunden schon wieder Geschichte war. Einige Fans hätten es aus diesem Grund vorgezogen, wenn zwei andere Teams gegeneinander um den „Henkelpott“ antreten würden, aber Fakt ist, dass nur einer der beiden Finalisten am 29. Mai die berühmte Trophäe siegreich gen Himmel stemmen wird können.

Auf jeden Fall verspricht dieses Spiel unterhaltsam zu werden, wie es sooft schon vorgekommen ist, wenn sich zwei Teams aus derselben Liga im Finale gegenübergestanden sind. Wir werfen nun einen Blick auf die spannenden und bemerkenswerten sieben Duelle, in denen sich zwei Teams aus dem gleichen Land um den Hauptpreis des europäischen Fußballs gerittert haben:

Real Madrid gegen CF Valencia (1999-2000)

Das erste Finale des neuen Jahrtausends war zugleich das erste Endspiel zwischen zwei Vereinen, die aus demselben Land stammten. Die „königlichen“ Rekordsieger dieses Bewerbs trafen auf Ihre spanischen Landsmänner von CF Valencia, die zu dieser Zeit zum ersten Mal in einem Finale der Champions-League standen.

Fernando Morientes machte nicht immer alles richtig bei Real Madrid, wodurch er auch auf Leihbasis zum AS Monaco wechselte, also in einen Fürstentum, wo Spieler eher für Schlagzeilen sorgen, wenn sie ihre Roulette-Strategien in einem Casino ausprobieren wollen, als in einem Pokalfinale zu glänzen. Jedoch wieder zurück in Madrid brachte er Real mit einem Kopfballtreffer, es war sein sechstes Tor im laufenden Bewerb, auf die Siegerstraße. Für das 2:0 war der englische Mittelfeldstratege Steve McManaman verantwortlich, der in der 67. Minute den Schlussmann von Valencia, Santiago Canizares, bezwang. McManaman wurde mit dem Gewinn des Titels der erste Engländer, der je mit einer ausländischen Mannschaft die Champions-League gewinnen konnte.

Die Vereinslegende Raúl sorgte für den 3:0 Endstand. Real Madrid hatte zum achten Mal die Königsklasse des europäischen Fußballs für sich entschieden. Da auch Madrids Trainer Vincent del Bosque seinen allerersten großen Titel feiern durfte, wird dieses Endspiel immer als Finale der ersten Spiele in Erinnerung bleiben.

AC Milan gegen Juventus Turin (2002-2003)

Das erste rein italienische Finale blieb nicht für seine Offensivbestrebungen in Erinnerung, denn auch nach 120 Minuten stand es noch immer torlos 0:0. Die Medien zerrissen anschließend dieses Endspiel und bezeichneten es als die Verkörperung des destruktiven Fußballs. Trotz der Torflaute war das Spiel nicht frei von diversen Kontroversen am Spielfeld. So wurde zum Beispiel ein Treffer von Andriy Shevchenko für die Mailänder aberkannt, da der deutsche Schiedsrichter Markus Merk der Ansicht war, dass sein Teamkollege Rui Costa die Sicht des Torhüters verstellt hatte – unzählige TV-Wiederholungen widerlegten diese Entscheidung, das Tor zählte aber dennoch nicht. Dann, als sich ein Elfmeterschießen bereits abzeichnete, verloren beide Mannschaften Spieler durch Verletzungen, so dass die „alte Dame“ das Spiel mit lediglich zehn Mann auf dem Rasen beenden musste.

Und sogar beim Elfmeterschießen wurde an Kritik nicht gespart. Hier bekam vor allem der Tormann der Mailänder, der Brasilianer Dida, sein Fett ab. Seine Versuche die gegnerischen Elferschützen zu irritieren waren schon possenhaft, halfen aber schlussendlich dem AC Milan den sechsten Pokal der bedeutendsten europäischen Liga zu sichern.

Manchester United gegen Chelsea FC (2007-2008)

Der Tag des allerersten rein englischen Finales wurde in Großbritannien durchaus als ein Grund zum Feiern angesehen, obwohl John Terrys berüchtigter Ausrutscher heute noch für Schlagzeilen sorgt.

Das Spiel selbst war ungemein ereignisreich. Der mehrfache Weltfußballer Cristiano Ronaldo, der auch der erfolgreichste Torschütze in dieser Saison in diesem Bewerb war, brachte United in Führung, aber postwendend konnte Frank Lampard noch kurz vor der Halbzeitpause für die Blues ausgleichen. Nach einer Ohrfeige, die Nemanja Vidic abbekam, durfte der Chelsea Legionär Didier Drogba frühzeitig unter die Dusche und für United schien der Weg zum Sieg frei.

Doch Chelsea rettete sich ins Elfmeterschießen, und sah, nachdem Christiano Ronaldo seinen Elfmeter vergeben hatte, andererseits nun als der sichere Sieger aus. Aber dann passierte dem Kapitän von Chelsea das bekannte Malheur des Ausrutschens beim vermeintlich alles entscheidenden letzten Strafstoß, und als noch zusätzlich Nicolas Anelka beim seinem Penalty an Keeper Van der Saar scheiterte, hatte zum zweiten und letzten Mal in seiner Amtszeit, Manager Sir Alex Fergusons mit United die begehrte Trophäe gewonnen.

FC Bayern München gegen Borussia Dortmund (2012-2013)

Der Klassiker der deutschen Bundesliga fand sich auch im Endspielkalender des Jahres 2013 wieder und verstärkte die Rivalität zwischen diesen beiden Vereinen noch zusätzlich. Die Bayern standen zum zehnten Mal im Finale und die Borussia zum zweiten Mal. Der mehrfache Welttorhüter Manuel Neuer hatte vor allem vor der Pause entgegen den Erwartungen vieler Experten alle Hände voll zu tun, um seinen „Kasten“ sauber zu halten. Die Pfiffe und Unmutsgesänge aus den Reihen der Bayernfans zur Pause waren im Londoner Wembley-Stadium unüberhörbar geworden.

Die zweite Halbzeit gestaltete sich vor allem nach dem Führungstreffer des kroatischen Bayern-Legionärs Mario Mandžukić komplett anders, obwohl Dortmund kurz danach aus einem Elfmeter der Ausgleich gelang. Als alle bereits mit einer Verlängerung rechneten, konnte Arjen Robben den Ball vorbei an Tormann Roman Weidenfellner ins Tor rollen und damit den vielumjubelten Siegestreffer für den deutschen Rekordmeister erzielen. Die Rangordnung im deutschen Fußball war wiederhergestellt

Real Madrid gegen Atlético Madrid (2013-2014 + 2015-2016)

Der spanische Fußball dominierte den europäischen Fußball von 2009 bis 2019 so sehr, dass dieser Verband sieben von zehn Champions-League-Gewinnern hervorbrachte – ganz zu schweigen von den Welt- und Europameisterschaftserfolgen der spanischen Nationalmannschaft zur gleichen Zeit.

Die madrilenischen Spitzenklubs waren zu dieser Zeit so dominant, dass dieses Stadtderby gleich zweimal innerhalb von drei Jahren gespielt wurde. Vor allem das erste Aufeinandertreffen in einem Endspiel war mehr als bemerkenswert, da Atlético bis zur 90 Minute als der sichere Sieger aussah, dann aber Real durch den „Last-Minute“ Ausgleich durch Sergio Ramos zu neuem Leben erweckt wurde. Der Rest dieses ersten Finales mit drei weiteren Real-Treffern in der Verlängerung ist bereits Geschichte.

Das Aufeinandertreffen der beiden Vereine aus der spanischen Hauptstadt im Jahr 2016 war nicht weniger dramatisch – so vergab Antoine Griezmann einen Elfmeter für die Rot-Weißen in der regulären Spielzeit, und schon sah das Spiel schlussendlich denselben Sieger: Real Madrid, gecoacht vom Zinedine Zidane, setzte sich diesmal im Elfmeterschießen gegen der Truppe von Diego Simeone durch, nachdem Sergio Ramos auch in diesem Finale für das weiße Ballett (aus angeblicher Abseitsposition) in der ersten Halbzeit getroffen hatte.

FC Liverpool gegen Tottenham Hotspur (2018-2019)

Die Einführung des Videoschiedsrichters in den besten nationalen Meisterschaften des europäischen Fußballs, aber auch in den internationalen Bewerbspielen, wurde anfänglich heftig kritisiert, aber das Finale zwischen den „Reds“ und den „Spurs“ im Jahr 2019 in Madrid verlief gänzlich ohne Kontroversen oder unnötigen Fehlentscheidungen.

Der ägyptische Starstürmer Mo Salah brachte den FC Liverpool per Elfmeter rasch in Führung – es war übrigens das zweitschnellste Tor aller Zeiten in einem Champions-League-Finale und zugleich der sportliche Höhepunkt der ersten Spielhälfte. Für mehr Aufsehen als die 22 Akteure, die auf dem Platz standen, sorgte dann eine knapp bekleidete blonde Flitzerin, die lediglich einen Badeanzug mit der Aufschrift „Vitaly Uncensored“ trug, und sich dabei auf den russischen Comedian Vitaly Zdorovetskiy bezog. Anschließend plätscherte das Geschehen auf dem grünen Rasen so vor sich hin, bis Divock Origi mit einem zweiten Treffer knapp vor Spielende die Mannschaft von Jürgen Klopp in den Fußball Himmel hievte. Der sechste Gewinn des prestigeträchtigsten Klubbewerbs für den FC Liverpool war damit besiegelt.

Die Geschichte, ob Manchester City oder der FC Chelsea den gleichen Weg einschlagen werden, wie der FC Liverpool, der nach dem Gewinn der Champions-League anschließend auch die Klub-WM gewinnen konnte, wird seinen Anfang am 29. Mai nehmen, wenn beide Mannschaften um die Krone des europäischen Klubfußballs kämpfen werden.

  psc       25 Mai, 2021 10:06
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