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Kein Glück in Nürnberg News

Ulisses Garcia: Aufstieg als Unbeteiligter?

Mit dem 1. FC Nürnberg steht der Schweizer U21-Natinalspieler Ulisses Garcia unmittelbar vor dem Aufstieg in die 1. Bundesliga. Das grosse Manko: Der Verteidiger spielt seit seinem Wechsel auf Leihbasis im Winter eigentlich keine Rolle bei den Franken.

In seiner ersten Spielzeit beim SV Werder Bremen kam Ulisses Garcia in der Spielzeit 2015/16 überraschend zu elf Einsätzen im Oberhaus des deutschen Fussballs. In der zweiten Spielzeit folgten weitere sieben Partien. Der grosse Sprung zu einem Stammplatz beim Nord-Klub schien so nahe, doch es folgte das bittere Erwachsen. Spätestens seit dieser Saison ist der 22-Jährige mehr als nur auf dem Boden der Tatsachen angekommen.

In der Hinrunde absolvierte er lediglich einen Einsatz für Bremen (90 Minuten), so dass er sich im Winter leihweise dem 1. FC Nürnberg anschloss, schliesslich wollte er zwingend Spielpraxis sammeln, um seinen grossen Traum nicht aus den Augen zu verlieren – die Teilnahme an der WM in Russland. „Ich war schon mal beim A-Nationalteam dabei. Natürlich wäre es ein Traum, da im Sommer dabei zu sein“, erklärte er im Januar der „Mittelbayrischen Zeitung“.

WM-Traum rasch ausgeträumt

„Bremen hatte sportlich ein paar Sorgen, im Abstiegskampf ist man dann als junger Spieler nicht oft die erste Wahl“, bilanzierte er die erste Saisonhälfte. In Nürnberg wollte er nicht nur Spielprais sammeln, sondern auch zum Erfolg beitragen: „Ich hoffe, dass ich der Mannschaft helfen kann, an die erfolgreiche Hinrunde anzuknüpfen.“ An die erfolgreiche erste Halbserie haben die Cluberer ohne wenn und aber angeknüpft. Und Garcia? Von dem fehlt im Prinzip jede Spur. Lediglich zwei Einsätze (insgesamt 38 Minuten) bestritt der Schweizer von möglichen 14 Partien.

Dabei prahlte FCN-Trainer Michael Köllner nach der Garcia-Verpflichtung vom flexiblen Defensiv-Akteur: „Er ist taktisch ein variabler Spieler. Mit dem Traum von der WM wird er hochmotiviert sein. Ulisses ist längst nicht am Ende seiner Leistungsfähigkeit angekommen. Wir wollen ihm helfen, dass er hier den nächsten Schritt machen wird.“ Diese Lobeshymnen sind längst verflogen, in den vergangenen acht Partien kam er nicht zum Zuge, stand dabei fünf Mal gar nicht im Kader.

Tipps von Drmic nicht gefruchtet

Im Gespräch mit „Bild“ räumte Ulisses Garcia bereits nach den ersten Wochen ein: „Natürlich kann ich nicht zufrieden sein.“ Er kündigte an, im Training noch mehr Gas geben zu wollen. Allerdings hat all das nicht genützt, die Einsatzzeiten liegen deutlich hinter denen aus Bremer Zeiten zurück. Dabei hatte er sich im Vorfeld extra Rat eines Landsmanns eingeholt: „Ich habe mit Josip Drmic gesprochen, der mit Nürnberg erste Liga gespielt hat. Er hat mir empfohlen, hierhin zu gehen“, erklärte Garcia der „Bild“.

Hätte der Schweizer vorhersehen können, wie es in dieser Saison um ihn bestellt ist, wäre er im vergangenen Sommer möglicherweise den Lockrufen aus Italien oder England gefolgt. Diese habe es laut seinem Berater Francesco di Frisco gegeben. Auch ein konkretes Angebot von Dynamo Kiew habe demnach vorgelegen. „Ulisses will bei Werder bleiben und der Verein will ihn auch unbedingt halten“, hatte di Frisco vor einem dreiviertel Jahr noch der „Bild“ erklärt.

Definitiver Abschied bei Werder?

Inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Sein derzeitiger Kontrakt bei Werder Bremen läuft nach wie vor noch bis Juni 2019 – es gibt keinerlei Anzeichen einer zeitnahen Verlängerung. Dass er im Sommer aber zunächst zu seinem Stammklub zurückkehren wird, scheint sicher. Was bis Ende August (Ende des Transferfensters) passiert, muss sich weisen. Eigentlich deutet vieles auf einen Abschied hin. Werder-Trainer Florian Kohfeldt setzte nach seiner Übernahme nicht auf den jungen Schweizer.

Vor seiner Rückkehr zu den Grün-Weissen steht aber wohl noch die Aufstiegsfeier mit dem Club auf der Agenda – zwei Spieltage vor Saisonende liegt das Köllner-Team mit fünf Punkten Vorsprung auf Holstein Kiel (3. Platz) auf einem direkten Aufstiegsplatz. Die Teilnahme an der WM in Russland ist für den Youngster hingegen gar kein Thema mehr. (mic)

  psc       3 Mai, 2018 15:16
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