Der Schweizerische Fussballverband entzieht Gianni Infantino bei dessen neuerlicher Kandidatur für den FIFA-Präsidentenposten die Unterstützung.

Dies teilt der SFV am Mittwochabend mit. Die Entscheidung wurde vom Zentralvorstand des SFV an seiner Sitzung vom 25. September 2026 beschlossen. Noch im Juni wurde Infantino die Unterstützung für die Kandidatur für eine weitere Amtszeit als FIFA-Präsident erklärt. Diese zugesagte Unterstützung wird nun zurückgezogen.

Der Entscheid folgt auf eine umfassende Neubewertung der Entwicklungen der vergangenen Monate. Der Verband teilt mit: «Aus Sicht des SFV werfen verschiedene Vorgänge grundlegende Fragen zu Führung, Governance, Transparenz und Entscheidungsprozessen innerhalb der FIFA auf. Dies betrifft insbesondere die Themen Regelklarheit und Wettbewerbsintegrität im Fall Balogun sowie die institutionelle Einbindung und Verantwortlichkeit im Zusammenhang mit FIFA Forward Enterprise.

Und weiter: «Für den SFV sind Glaubwürdigkeit, Transparenz, Rechenschaftspflicht sowie der wirksame Einbezug der statutarisch zuständigen Organe unverzichtbare Voraussetzungen für das Vertrauen in die Führung des internationalen Fussballs und die Integrität der FIFA. Aufgrund der Entwicklungen seit Juni 2026 und der weiterhin offenen Fragen sieht der Zentralvorstand des SFV diese Grundlage heute nicht mehr als erfüllt an.»

SFV-Präsident Peter Knäbel sagt: «Der Schweizerische Fussballverband erwartet von der Führung der FIFA höchste Standards in Bezug auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und institutionelle Verantwortung. Die im Schreiben vom 21. September von der FIFA angekündigten Schritte sind zwar ein wichtiges Signal und können zu Verbesserungen beitragen. Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen zu den Hintergründen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozessen offen. Da diese nicht überzeugend geklärt sind, können wir eine weitere Unterstützung der Kandidatur von Gianni Infantino nicht verantworten.»

Mehr Dazu
Mehr entdecken