Diskussionen rund um Fernsehgelder: Ist die Verteilung der Einnahmen fair?
Die Bundesliga liefert Woche für Woche ein Spektakel, das Millionen Menschen vor die Bildschirme zieht, voller Leidenschaft, Rivalitäten und Momente, die lange in Erinnerung bleiben. Hinter diesem gigantischen Fussballtheater glimmt jedoch ein Streit, der kaum weniger hitzig geführt wird als das Geschehen auf dem Rasen. Gemeint ist die Verteilung der Fernsehgelder, ein Thema, das nüchtern klingen mag, in Wahrheit aber über Aufstieg und Fall ganzer Vereine entscheiden kann.
Es geht um Gerechtigkeit, um die Frage, wie Chancen verteilt werden und darum, ob sportliche Überraschungen überhaupt noch möglich sind, wenn das meiste Geld Jahr für Jahr bei denselben Klubs landet.
Wie das aktuelle Modell der DFL funktioniert und warum es immer wieder für Kritik sorgt
In der Saison 2025/26 werden insgesamt rund 1,212 Milliarden Euro an nationalen Medienerlösen verteilt, eine Summe, die sowohl die Bundesliga als auch die 2. Liga umfasst. Auf die Bundesliga entfallen davon etwa 964,8 Millionen Euro, während die 2. Liga einen Anteil von gut 260,2 Millionen Euro erhält. Verteilt wird dieses gewaltige Budget nach einem Vier-Säulen-Prinzip, das in den vergangenen Jahren immer wieder für Diskussionen sorgte.
Den grössten Brocken macht die sogenannte Gleichverteilung aus, die 50 Prozent der Gesamtsumme beansprucht, was rund 606 Millionen Euro entspricht. Ergänzend dazu fliessen 43 Prozent, also etwa 521 Millionen Euro, in die leistungsbezogene Verteilung, bei der die sportlichen Ergebnisse der vergangenen Jahre berücksichtigt werden. Weitere vier Prozent, rund 48,5 Millionen Euro, sollen als Nachwuchsbonus jungen Spielern zugutekommen, während drei Prozent, knapp 36 Millionen Euro, den Faktor „Interesse“ abdecken, also Reichweite und Vereinsmitglieder.
Jeder Erstligist erhält somit einen Sockelbetrag von etwa 26,2 Millionen Euro, Zweitligisten kommen auf durchschnittlich 7,4 Millionen Euro. Diese Summen sind für viele Klubs überlebenswichtig, weil sie nicht nur Spieler finanzieren, sondern auch Trainingszentren, Personal oder Stadionprojekte stemmen müssen. Gerade die Bestandssäule steht aber immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik, da sie Vereine mit langer Historie und hoher Reichweite massiv bevorteilt. So kassieren Bayern München, Borussia Dortmund oder Schalke 04 seit Jahren einen überproportional grossen Anteil, weil ihre Marken stark sind und sie durch alte Erfolge weiter Punkte sammeln.
Kleinere Vereine dagegen haben kaum Chancen, sich in diese Riege vorzuarbeiten, auch wenn sie sportlich glänzen. Diese Konstellation lässt Kritiker von einem zementierten Machtgefüge sprechen, das der Bundesliga langfristig ihre Spannung nimmt.
Anspruch und Realität im Sponsoring
Neben den Fernsehgeldern sind Sponsoringverträge ein weiterer Faktor, der die wirtschaftliche Lage von Vereinen dramatisch beeinflusst. Diese Gelder werden individuell ausgehandelt, sodass jeder Verein selbst entscheiden muss, wie attraktiv er sich am Markt präsentiert. Trikots, Banden, digitale Kampagnen werden selbstständig vermarktet. Grosse Vereine können hier Summen im zweistelligen Millionenbereich einnehmen, weil ihr Publikum gewaltig ist und die Marke international funktioniert.
Insgesamt fliessen aus Sponsoring im Rahmen der nationalen Gruppenvermarktung zusätzlich etwa 45 Millionen Euro in die Vereinskassen. Darüber hinaus bleibt Sponsoring aber komplett unabhängig von den TV-Geldern. So profitieren grosse Clubs doppelt, denn sie sichern sich hohe TV-Einnahmen und kassieren zusätzlich gewaltige Sponsorensummen. Kleinere Vereine dagegen haben kaum eine Chance, an solche Beträge zu kommen.
Das führt zu einer Dynamik, die sich kaum durchbrechen lässt. Wer wenig Fernsehgeld erhält, kann nur selten grosse Spieler holen, bleibt in der Tabelle zurück und wirkt für Sponsoren unattraktiv. Genau das ist das Argument der Clubs, denn wenn diese zum Beispiel für www.jackpot50.de werben und Kunden bringen, dann funktioniert dies bei einem grösseren Club, der international spielt und erfolgreicher ist, deutlich besser als bei den kleinen. So entsteht eine Abwärtsspirale, die fast automatisch dafür sorgt, dass immer dieselben Clubs oben bleiben.
Modell nach reiner Quote tatsächlich gerechter als der bisherige Schlüssel?
Grosse Vereine argumentieren mit ihrer enormen Reichweite und ihrer Attraktivität für Sponsoren und Medien. Sie bringen schliesslich die Einschaltquoten, auf denen die ganze TV-Vermarktung aufbaut. Nach ihrem Verständnis wäre es nur fair, sie stärker zu belohnen, weil ohne ihre Stars viele Fans überhaupt nicht einschalten würden.
Anders klingt das bei kleineren Klubs, die ihre sportliche Leistung ins Zentrum stellen. Wenn ein Aufsteiger wie Heidenheim eine hervorragende Saison spielt, aber finanziell kaum vom Fleck kommt, empfinden viele diese Verteilung als Hohn. Zwar berücksichtigt die DFL über die Bestandssäule bereits Zuschauerzahlen, doch oft nur mittelbar. Das führt dazu, dass die Tabellenplätze in einer aktuellen Saison manchmal weniger Gewicht haben als die Zuschauerinteressen, die sich aus vergangenen Jahren ableiten.
Die leistungsbezogene Säule stützt sich weiterhin auf komplizierte Fünf- und Zehnjahreswertungen, während der sogenannte „Interesse“-Topf von drei Prozent bislang vor allem auf Umfragen beruhte, künftig aber stärker an Reichweite und Mitgliederzahlen gekoppelt werden soll. Internationale TV-Erlöse, die aktuell bei rund 180 Millionen Euro liegen, werden übrigens separat nach einem 35-50-15-Verhältnis verteilt, das heisst 35 Prozent Sockel, 50 Prozent nach Fünfjahresergebnissen, 15 Prozent nach einem UEFA-Ranking.
Reformideen im internationalen Vergleich
Andere Ligen zeigen, dass es auch anders geht. In England verteilt die Premier League ihre TV-Einnahmen weitaus gleichmässiger, um den Wettbewerb spannend zu halten und kleinen Vereinen bessere Chancen einzuräumen. In Spanien musste die La Liga nach langen Debatten umsteuern, weil grosse Vereine zu viel Macht anhäuften. Die Einführung einer zentralen Vermarktung sorgte dort zumindest für einen gewissen Ausgleich.
Die DFL dagegen tastet ihr Modell bislang nur zaghaft an. Zwar wurde für die Spielzeiten 2021 bis 2025 ein Gesamtvolumen von etwa 4,4 Milliarden Euro für die nationalen TV-Rechte festgelegt, dazu eine jährliche Steigerung von rund 1,073 Milliarden Euro (2021/22) bis hin zu 1,212 Milliarden Euro in der Saison 2025/26, doch am Prinzip der Bestandssäule hat sich kaum etwas geändert. Lediglich kleinere Korrekturen und Kompromisse wurden beschlossen.
Protest von Fans und Vereinen
Die emotionale Sprengkraft, die in diesem Thema steckt, darf niemand unterschätzen. Kaum ein anderes Finanzthema erhitzt die Gemüter so sehr. Immer wieder protestieren Fangruppen in den Stadien, kritisieren mit Bannern, Gesängen und Aktionen eine Bundesliga, die ihrer Meinung nach nur noch den reichen Klubs dient.
Fernsehgelder machen im Schnitt rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes eines Bundesligisten aus, in manchen Fällen sogar bis zur Hälfte. Wer hier ins Hintertreffen gerät, läuft Gefahr, dauerhaft abgehängt zu werden. Für viele Fans steht deshalb mehr auf dem Spiel als Geld oder Tabellenplätze. Es geht um die Seele des Fussballs, um Identität, um das Versprechen, dass ein Aussenseiter immer noch für Überraschungen sorgen kann.
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