Christoph Spycher hat in dieser Woche seinen baldigen Rückzug aus dem operativen Geschäft bei den Young Boys verkündet. Noch vor der Öffentlichkeit hat die erste Mannschaft vom Abschied erfahren. Christian Fassnacht berichtet wie emotional die Verkündung vonstatten ging.

Spycher hatte die Mannschaft und auch den Staff am Donnerstagmorgen um 10 Uhr informiert. Eigentlich stand für das Team das gemeinsame Videostudium auf dem Programm. Schnell wurde jedoch klar, dass etwas Ausserordentliches geschieht, wie Fassnacht bei «blue Sport» verrät: «Man hat es nicht auf dem Schirm gehabt. Du bist in den Raum reingekommen und hast plötzlich gemerkt: Er füllt sich mit ein paar mehr Leuten, die Physios sitzen noch da, der Albi (Medienchef Albert Staudenmann, Anm. d. Red.) ist mitgekommen…»

Spycher richtete sich direkt an die Mannschaft. Fassnacht meint dazu: «Sehr, sehr emotional und auch schön und intim, weil es quasi im Rahmen von der ersten Mannschaft mit dem Staff drumherum passiert ist.» Sämtliche Anwesenden waren berührt. Und auch Spycher selbst war angefasst: «Ich habe gesehen, wie er mit den Emotionen zu kämpfen hatte – das hat einen dann schon sehr berührt.»

Der Abgang des Chief Sports trifft YB schwer, auch wenn er zumindest als Verwaltungsrat und Mitbesitzer erhalten bleibt. Auch für Fassnacht als Spieler war Spycher «omnipräsent. Er lebt für YB, er ist tagtäglich für uns da. Sein Büro ist ein Stockwerk oberhalb von unserer Kabine, das heisst: Die Wege sind kurz.»

Die Entscheidung Spychers kann der 24-fache Nationalspieler indes sehr gut nachvollziehen: «Ich glaube, dass das Pensum, das wir alle schätzen, am Ende vermutlich auch den Ausschlag gegeben hat, um zu sagen: Es ist ein bisschen viel. Ich ziehe den Hut und frage mich gleichzeitig, wo er die Energie jeden Tag hernimmt.»

Er kann sich sogar ein wenig in die Situation des YB-Chefs hineinversetzen: «Ich weiss selber, wie intensiv die Karriere als aktiver Spieler ist. Er hat direkt angeknüpft und den Karren bei YB so zum Laufen gebracht, nonstop gearbeitet. Irgendwo finde ich es voll legitim zu sagen: Ich schnaufe mal ein bisschen durch.»

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