Das 292. Zürcher Derby endete sportlich – aber die eigentliche Geschichte begann erst nach dem Abpfiff. Als der Schiedsrichter die Partie beendet hatte, provozierte Jahnoah Markelo mit einem Jubel in Richtung der GC-Ersatzbank. Die Szene löste innert Sekunden eine Rudelbildung aus, in der Spieler, Staff und Funktionäre beider Teams involviert waren. Sogar FCZ-Präsident Ancillo Canepa geriet mitten in den Tumult und trug eine Schramme davon.

Der Auslöser auf FCZ-Seite war Markelos provokativer Jubel, der Mitspieler und Gegenspieler gleichermassen auf den Plan rief. Während FCZ-Trainer Dennis Hediger und weitere Teammitglieder herbeistürmten, sprintete Livano Comenencia aus der anderen Spielfeldhälfte in die Menge. Erst nach einem Eingreifen der Video-Assistenten konnte die Situation geordnet werden. Die Folge: Zwei Rote Karten nach Spielende. Comenencia wird aufgrund einer Gelb-Roten Karte im nächsten Spiel fehlen, Markelo drohen gemäss Reglement voraussichtlich zwei Spielsperren wegen aggressiven Betretens der gegnerischen technischen Zone.

Nach dem Derby herrscht bei den Zürchern deutliches Aufarbeiten. Der Vorfall wird als unnötig und selbstschädigend bewertet, sowohl für den einzelnen Spieler als auch für das gesamte Teamgefüge. Die sportliche Führung des FCZ sieht Handlungsbedarf, um solche Situationen künftig zu verhindern. Auch auf GC-Seite wird Markelos Jubel als überzogen beurteilt, zumal ein Derbyerfolg normalerweise im eigenen Kreis gefeiert wird. Während die Emotionen auf dem Platz wenig später abgeklungen sind, bleiben die Konsequenzen dieses hitzigen Derby-Abends noch länger spürbar.

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