Trotz Rot und Penalty-Wirbel: St. Gallen holt den Cup
Der FC St. Gallen ist Cupsieger: Die Espen schlagen Stade Lausanne-Ouchy im Final im Berner Wankdorf mit 3:0 – obwohl die Partie zwischenzeitlich komplett zu kippen drohte. Dabei begann alles genau nach Plan für die Ostschweizer. Schon früh brachte Tom Gaal den Favoriten in Führung. Die grünweisse Kurve explodierte sofort, plötzlich schien der erste Cupsieg seit Jahrzehnten greifbar.
SLO antwortete vor allem mit Härte. Viel Einsatz, viele Fouls, immer wieder kleine Nickligkeiten. Fußballerisch blieb St. Gallen aber klar besser und hätte schon vor der Pause mehrfach erhöhen müssen. Kurz vor der Halbzeit leistete sich FCSG-Keeper Lukas Watkowiak einen kompletten Blackout. Nach einem Rückpass schoss er Gegenspieler Tritten an, der Ball sprang Richtung Tor – Watkowiak zog ihn anschliessend am Trikot und sah Rot. Die St. Galler reklamierten zwar sofort Handspiel, doch der Platzverweis blieb bestehen.
Mit zehn Mann musste St. Gallen komplett umstellen. Lawrence Ati Zigi kam überraschend ins Spiel, während sich SLO immer mehr traute. Nach einem Zweikampf zwischen Nomel und Baldé brauchte der VAR über vier Minuten, um einen Elfmeter zu geben. Nomel spielte sogar leicht den Ball. Trotzdem zeigte Schiedsrichter Luca Cibelli auf den Punkt.
Lukas Görtler war das egal. Der Kapitän verwandelte zum 2:0 – und spätestens da war das Wankdorf endgültig grünweiss. SLO hatte danach nochmal die grosse Chance zum Anschluss, traf aber nur den Pfosten. Statt Spannung gab es kurz vor Schluss dann die Entscheidung: Joker Witzig traf per Traum-Volley zum 3:0. Ausnahmezustand bei den Espen-Fans – und der zweite Cupsieg der Vereinsgeschichte war perfekt.












