Die Roten Teufel im Check: Kann Kaiserslautern ganz oben angreifen?
Am Ende der letzten Saison reichte es knapp nicht zum grossen Traum Bundesliga-Aufstieg. Trotzdem machte die vergangene Spielzeit in der 2. Bundesliga allen, die es mit dem 1. FC Kaiserslautern halten, viel Hoffnung für die Zukunft.
So spielte die Elf vom Betzenberg bis zum letzten Spieltag der Saison um den Aufstieg mit. Doch das ist nun Vergangenheit. Jetzt geht es darum, sich bestmöglich auf die neue Saison vorzubereiten, um erneut ganz oben angreifen zu können.
Im Fussball regiert das Geld: mit neuem Sponsor in Richtung Bundesliga?
Blickt man auf die vergangenen Jahre zurück, wird schnell deutlich, dass die Roten Teufel lange eines der Sorgenkinder im deutschen Profi-Fussball waren. Zwischen 2018 und 2022 verschwand der 1. FCK sogar in der 3. Liga. Dann allerdings gelang im vierten 3. Liga-Jahr die Rückkehr in die 2. Bundesliga, wo man sich überraschend schnell etablieren konnte. Mittlerweile bricht auch hier das vierte Jahr in der Liga an – ein gutes Omen für die neue Saison?
Fest steht: Mit dem sportlichen Aufschwung ging auch ein wirtschaftlicher Aufschwung des zuletzt chronisch klammen Traditionsvereins einher. Mittlerweile befinden sich die Roten Teufel auf dem Weg der finanziellen Gesundung. Dafür sind nicht nur Transfers verantwortlich. Vielmehr hat sich auch im Bereich der Sponsoren viel getan. So prangt das Logo von Novoline mittlerweile auf der Brust der FCK-Stars – wirtschaftlich ein echtes Upgrade für den Klub.
Der neue Sponsor Novoline, die Dachmarke von Löwen Entertainment, bringt neues Geld in die Vereinskasse. Die Unterstützung durch den äusserst solventen Anbieter von Spielautomaten bringt den Verein in finanziell sicherere Fahrwasser und sorgt für neuen Handlungsspielraum – auch auf dem Transfermarkt. Dies ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass zahlreiche Fans nach vielen Jahren der Enttäuschung endlich wieder Freude an ihrem Verein finden.
Ein Kader im Wandel: FCK mit neuen Gesichtern & grossen Erwartungen
Was auf dem Betzenberg mit Blick auf den Kader in diesem Sommer passiert, lässt sich kurz zusammenfassen: ein mittelgrosser Umbruch. Über zehn Spieler haben den Verein bereits verlassen – darunter die Leistungsträger Ragnar Ache, Filip Kaloč, Tim Breithaupt oder Daisuke Yokota. Beinahe genauso viele Zugänge sind neu im Kader – von Ivan Prtajin und Mahir Emreli über Dickson Abiama bis hin zu Semih Sahin und Fabian Kunze.
Trotz der viel Bewegung im eigenen Kader ist ein Plan eindeutig zu erkennen. Die Abgänge wiegen natürlich dennoch schwer. Gerade Ragnar Ache war nicht nur ein Top-Torjäger der Mannschaft – er war die Lebensversicherung und zugleich das Gesicht des Vereins. Nach seinem millionenschweren Abgang zum Bundesligaaufsteiger 1. FC Köln sollen jetzt Prtajin, Emreli und Abiama den FCK-Sturm neu aufstellen.
Auch in der Zentrale muss Trainer Lieberknecht umbauen. Im Vorjahr bildete Kaloc das Bindeglied zwischen Angriff und Verteidigung und räumte vor der Abwehrreihe auf. Auch der zentrale Mittelfeldspieler aus Tschechien ist nun allerdings weg – samt millionenschwerer Ablöse. Kaloc hinterlässt eine Lücke, die gerade auch die Neuzugänge Fabian Kunze und Semih Sahin füllen sollen.
In der Defensive wurde ebenfalls bereits tüchtig geschraubt. Maxwell Gyamfi kommt aus Osnabrück und Simon Asta wurde von Greuther Fürth verpflichtet. Doch beendet ist die Kaderplanung von Geschäftsführer Thomas Hengen und Sportdirektor Marcel Klos wohl noch nicht. Es fehlt unter anderem noch Kreativität im offensiven Mittelfeld und auch in der Verteidigung soll noch was passieren. Bisher liest sich die Transferperiode allerdings vielversprechend – trotz schmerzlicher Abgänge.
Ein neuer Mann an der Seitenlinie: Torsten Lieberknecht als Hoffnungsträger
Der Trainerposten ist auf dem Betzenberg traditionell ein Schleudersitz. Doch mit Torsten Lieberknecht sitzt jetzt ein erfahrener Mann auf der Trainerbank, der in Darmstadt bereits erfolgreich bewiesen hat, dass man mit ihm aufsteigen kann – ohne vorher eine Star-Truppe beisammen zu haben. Lieberknecht steht für klare Prinzipien: kompakte Defensive, schnelles Umschaltspiel und immer maximale Intensität.
Diese Philosophie passt zum Betze. Erste Trainingsberichte lassen erkennen, dass gerade auch an den Grundlagen gefeilt wird: Laufwege, Zweikämpfe und Pressingabläufe. Nach und nach soll über den Sommer auch die häufig noch fehlende Handschrift des Trainers im Spiel mit Ball hinzukommen. Dann ist der Mannschaft mit diesem Trainer viel zuzutrauen.
Wie realistisch ist das Ziel „oben angreifen“ wirklich?
Die zweite Liga wird auch diese Saison kein Ponyhof. Doch erstmals seit vielen Jahren gibt es nicht die klassischen Favoriten auf den Aufstieg. Nachdem sich der HSV und auch Köln ins Oberhaus verabschiedet haben, ist die 2. Bundesliga wohl so ausgeglichen wie lange nicht mehr. Das ist zugleich eine Gefahr und Chance. Kaiserslautern hat ohne Frage den Kader für das obere Drittel – doch in dieser Liga ist der Weg vom Auf- zum Abstiegskampf kurz.
Neben den beiden Absteigern aus Bochum und Kiel werden in der kommenden Spielzeit vor allem auch die Mannschaften aus Berlin, Hannover und Düsseldorf auf die begehrten Aufstiegsplätze schielen. Auch der FCK wird wieder vorne mitspielen wollen.
Für das Team von Trainer Lieberknecht hängt viel davon ab, ob die Neuzugänge einschlagen und sich ein echtes Team aus den vielen guten Einzelspielern entwickeln kann. Auch wird es darum gehen, wie viel Geduld die Menschen auf dem Betze haben, wenn es mal nicht läuft. Die Voraussetzungen für eine weitere gute Saison in der 2. Bundesliga sind da. Um wirklich ins Aufstiegsrennen einsteigen zu können, muss allerdings alles passen.
Doch gerade in einem solchen Verein, wie dem FCK, kann sich schnell eine Euphorie entfachen lassen. Mit Lieberknecht hat man gegen Ende der letzten Saison einen Trainer gefunden, der für dieses Projekt ideal scheint. Gelingt es ihm, ein Team nach seinen Vorstellungen zu basteln, das die Zuschauer mitreisst, kann Kaiserslautern zur Überraschungsmannschaft im engen Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga werden.
Fazit: Ein ambitionierter Neustart mit vielen Unbekannten
So steht der 1. FC Kaiserslautern erneut vor einer Saison, die alles sein kann – von Überraschung bis Ernüchterung. Die bisherigen Transfers jedenfalls versprechen viel und auch der Trainer bringt die nötige Erfahrung als Aufstiegstrainer mit. Lieberknecht gilt zu Recht als einer der Hoffnungsträger mit Blick auf die lang ersehnte Rückkehr in die Bundesliga. Noch klafft – trotz der starken Vorsaison – allerdings eine Lücke zwischen Ambitionen und Realität.
Klar ist allerdings auch, dass es im Fusball schnell gehen kann. Wenn der neue Top-Stürmer Prtajin trifft und trifft, der neue Mittelfeld-Stratege Sahin den Takt vorgibt und Lieberknecht durch die perfekte Taktik die Stärken der Mannschaft konstant auf den Rasen bringen kann – dann könnte in der anstehenden Spielzeit tatsächlich was gehen. Eines ist allerdings so oder so sicher: Auf dem Betzenberg wird es auch in der kommenden Spielzeit nicht langweilig.
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