Gerardo Seoane: «Als Trainer ist man nicht gern arbeitslos»
Einem Monat nach seinem Rauschmiss bei Bayer Leverkusen bricht Gerardo Seoane sein Schweigen. Der Schweizer Trainer hat die Vorfälle aufgearbeitet und betont nochmals, dass es zwischen ihm und dem Bundesligisten kein böses Blut gibt.
In seiner Debütsaison hat Gerardo Seoane Bayer Leverkusen zurück in die Champions League geführt, in der zweiten Saison erlebte er einen katastrophalen Start. Acht Bundesliga-Spieltage genügten der Führung unter dem Bayerkreuz, um Seoane vor einem Monat von seinen Aufgaben zu entbinden.
«Mir geht es gut. Den Umständen entsprechend natürlich», sagte Seoane beim Fussball-Talk «Heimspiel» von «blue Sport». «Man ist als Trainer nicht gerne arbeitslos.» Leverkusen war Seoanes erste Trainerstation im Ausland, nachdem er zuvor beim FC Luzern und dem BSC Young Boys jeweils hervorragende Arbeit leistete.
Es war Seoanes erster öffentlicher Auftritt und sein erstes Interview nach seiner Entlassung. Der 44-Jährige brauchte erst mal Zeit für sich und seine Familie, um zu reflektieren, was da in den vergangenen Wochen überhaupt passiert ist.
Gerardo Seoane war zur Reflektion in der Schweiz
Seoane: «Ich konnte die letzten vier Wochen gut nutzen, kam wieder zurück in die Schweiz und habe mehr Zeit mit Familie und Freunden verbracht. Auch um zu reflektieren, was in den letzten drei nicht nur Monaten, sondern Jahre alles vor sich gegangen ist.»
Dass es nach einem sehr erfolgreichen ersten Jahr bei Bayer Leverkusen nur wenige Wochen gedauert hatte, bis er in der neuen Spielzeit entlassen wurde, nimmt Seoane den Machern am Rhein nach wie vor nicht übel.
Schliesslich weiss der Schweizer Übungsleiter, dass Fussball am Ende noch immer ein Ergebnissport ist: «Es ist immer wichtig für einen Trainer, eine gute Verbindung zu haben – nicht nur zur Mannschaft, auch im Staff und im Klub. Das sind die Voraussetzungen, die es braucht, um erfolgreich miteinander zu arbeiten. Wir Trainer wissen, dass wir Hand in Hand gehen bis zum letzten Tag. Das habe ich auch bei Bayer Leverkusen vorgefunden, dass wir eine sehr enge, transparente, offene Zusammenarbeit hatten.»












