Mit dem Rauswurf von Patrick Rahmen endete beim FC Basel auch die sehr kurze Amtszeit von Boris Smiljanic. Nach acht Wochen löste er seinen Vertrag «aus persönlichen Gründen» auf, wie vor Wochenfrist kommuniziert wurde. Nun erklärt sich der 45-Jährige.

Im «Blick» bezieht Smiljanic Stellung zu seinem Rückzieher, der natürlich im direkten Zusammenhang mit dem Rahmen-Rauswurf steht. «Die Konstellation nach der Entlassung von Patrick Rahmen hat für mich einfach nicht gepasst. Deshalb habe ich mich zu diesem Schritt entschieden», sagt der frühere Schweizer Nati-Verteidiger der Zeitung.

Smiljanic stellt klar, dass nicht etwa ein Disput mit Klubboss David Degen zu seinem Rücktritt führte. Zwar habe es nach dem 3:0-Sieg gegen Lausanne tatsächlich ein Gespräch gegeben, das etwas lauter wurde. Dies habe er aber rasch abgehakt: «Damit kann ich umgehen. David und ich kennen uns schon sehr lange. Ich weiss, dass er sehr impulsiv sein kann. Und ich weiss auch, dass er es nie persönlich meint. Er hat mich nach dem Vorfall ja auch sofort angerufen – und die Sache war erledigt.» Geärgert hat Smiljanic indes, dass Interna an die Öffentlichkeit gelangten.

Abascal & Esposito keine Faktoren

Auch die Tatsache, dass mit Guillermo Abascal der andere erst jüngst verpflichtete Assistent zum Cheftrainer ernannt wurde, war nicht ursächlich für Smiljanics Demission. «Mein Entscheid war keiner für oder gegen jemanden», betont er. Tatsächlich sei die Sache mit der Loyalität etwas kompliziert: «Da ist schon Konfliktpotenzial vorhanden. Wird der Cheftrainer entlassen und man bleibt im Verein, ist man gegenüber dem Cheftrainer nicht loyal. Geht man mit dem Cheftrainer, ist man gegenüber dem Klub nicht loyal.»

Schliesslich räumt Smiljanic auch mit dem Märchen auf, wonach Youngster Sebastiano Esposito für seinen Entscheid einen Einfluss hatte und sagt auch noch gleich, was im ominösen Vorfall im Training, der einigen Medienberichten zufolge zu einer Suspendierung für den jungen Italiener führte, vorgefallen war: «Er hat einen Sprint nicht voll durchgezogen. Da bat ich ihn, diesen zu wiederholen. Da hat er gefragt, weshalb es immer nur ihn treffe. Das wars. Sebastiano braucht einfach eine engere Führung als andere. Aber er ist ein guter Junge. Ich mag ihn sehr.»

Nun ist Smiljanic wieder offen für neue Engagements. «Ich bin offen für alles. Wenn was kommt, das mich reizt und zu mir passt, bin ich bereit», hält er fest und betont gleichzeitig, dass er sich nirgends anbietet. Er vertraue in seine Qualitäten und schätze es sehr, nicht unter finanziellem Druck zu stehen. Böses Blut mit seinem letzten Arbeitgeber gibt es nicht. Im Gegenteil: Vom FCB hat er einen sehr guten Eindruck: «Mittlerweile ist dieser Klub ein riesiger Apparat. Aber ich muss sagen, es ist beeindruckend, wie professionell, strukturiert in diesem Klub gearbeitet wird. Der FC Basel ist top organisiert.

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