Warum greifen so viele Star-Fussballer zur Zigarette?
Nikotinkonsum im Leistungssport gleicht dem der Gesamtbevölkerung
Jogi Löw, Wesley Sneijder oder Mario Balotelli – Star-Trainer und Fussballer entspannen sich abseits des Spielfelds gern mal mit einer Zigarette. Auch Radja Nainggolan machte bereits in der Vergangenheit mit seiner Lust aufs Rauchen Schlagzeilen. Doch warum haben die sprichwörtlichen Glimmstängel eine so grosse Anziehungskraft auf Leistungssportler?
Ob Zigaretten, Zigarren oder E-Zigaretten – die Lust auf Nikotin ist im Profisport gross. Zu dem Ergebnis kam eine 2023 veröffentlichte Studie aus Italien.
Ein internationales Forschungsteam untersuchte über 600.000 Urinproben aus Dopingkontrollen auf Nikotin. Die Proben stammten von Leistungssportlern und wurden zwischen 2012 und 2020 entnommen. Das Ergebnis: In 23 Prozent von ihnen wurden Nikotinrückstände gefunden.
Mit Blick auf die Studie lässt sich annehmen, dass rund ein Viertel der Leistungssportler weltweit raucht. Zum Vergleich: Der Nikotinkonsum in der Schweizer Gesamtbevölkerung lag 2022 bei rund 24 Prozent, in Deutschland etwas niedriger bei 20 Prozent.
Rauchen kann Leistungssportlern beim „Runterkommen“ helfen
Im deutschsprachigen Raum fühlt sich ein Grossteil der Raucher durch den Genuss einer Zigarette entspannt. Auch Vapes werden genutzt, um dem Stress im Alltag besser begegnen zu können.
Aus den gleichen Gründen konsumieren Leistungssportler Nikotin. Das beruhigende Gefühl, das entsteht, wenn sie an der klassischen oder elektronischen Zigarette ziehen, hilft ihnen beim Stressabbau.
Die Studie von Zandonai und seinen Forscherkollegen zeigt, dass die Rauchquote insbesondere bei Leistungssportlern in Mannschaftssportarten hoch ist. Neben Fussball gehören dazu Hockey, Basketball und Rugby.
33 Prozent der Proben von Teamsportlern wurden positiv auf Nikotin getestet. Bei den Baseballspielern lag die Quote sogar bei über 50 Prozent. Dagegen rauchten bei den Einzelsportlern nur 14 Prozent.
Dass Teamsportler nikotinaffiner sind, brachten die Forscher mit multidimensionalem Stress in Zusammenhang. Während Einzelsportler hauptsächlich auf die eigene Leistung fokussiert sind, müssen sich Mannschaften auf jedes Teammitglied verlassen können. Dadurch kann der empfundene Druck des Einzelnen steigen.
Gleichzeitig sind Athleten In Disziplinen wie Fussball oder Hockey hohen Anforderungen ausgesetzt – sowohl körperlich als auch mental. Der gelegentliche Nikotingenuss könne ihnen helfen, den Adrenalinschub nach den Spielen zu verarbeiten.
Vapes machen der klassischen Zigarette Konkurrenz
Die körperlichen Nachteile, die regelmässiger Zigarettengenuss mit sich bringen kann, sind hinlänglich bekannt. Insbesondere die Auswirkung des Rauchens auf die Lungenfunktion bewegt inzwischen viele Leistungssportler zum Umdenken.
Statt der klassischen Zigarette wählen sie vermehrt E-Zigaretten, da beim Vaping weniger schädliche Substanzen freigesetzt werden sollen als beim Rauchen.
Vapes ermöglichen die kontrollierte Aufnahme von Nikotin ohne die Verbrennungsprodukte, die beim klassischen Rauchen entstehen. Dadurch wird auch der Geruch der E-Zigarette weniger als störend empfunden. Sie kann leichter in den Sportleralltag integriert werden.
Gibt es alternative Entspannungsmethoden für Fussballer?
Nicht alle Leistungssportler rauchen nach einem anstrengenden Training oder einem aufregenden Match. Stattdessen nutzen einige Fussballer, darunter der Norweger Erling Haaland und der in Ägypten geborene Mohamed „Mo“ Salah, Entspannungstechniken wie Yoga, um sich vom Stress im Leistungssport zu erholen.
Insbesondere Salah machte auf dem Platz mit seinem Yoga-Baum-Jubel auf sich aufmerksam. Dabei stellt sich der Fussballstar auf sein rechtes Bein, drückt sein linkes angewinkelt dagegen und faltet die Hände. Auf die Frage, was es mit dieser Pose auf sich hat, antwortete er in einem Interview: „Ich bin ein Yoga-Mann. Ich mache Yoga und es kam mir einfach in den Sinn.“
Disclaimer: Gesponserter Artikel














